G. Kuhn, Maschinen- und Kesselfabrikfabrik, Eisen- & Gelbgießerei, Stuttgart-Berg


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Firmen-Geschichte

Gotthilf Kuhn, geboren am 22. Juni 1819, hatte schon einen interessanten Lebensweg hinter sich, bevor er 1852 in Berg, heute einem Stadtteil von Stuttgart, seine mechanische Werkstätte gründete. Das Schmiedehandwerk lernte er in Giengen an der Brenz, ging anschließend auf die damals oft noch übliche Wanderschaft, die ihn schließlich nach Berlin zu Ernst Carl Theodor Hoppe führte. Mit dem dort erarbeiteten Geld kehrte er ins heimatnahe Stuttgart zurück und mietete sich im Gaugerschen Bierkeller in Berg mit seiner Firma ein. Bereits zum Jahresende 1852 konnte der Betrieb um eine Kesselschmiede erweitert werden. Kuhn gehörte zu den ersten im größeren Stil aufstrebenden metallverarbeitenden Betrieben in Württemberg und wuchs schnell. Bereits im Gründungsjahr beschäftigte Kuhn 36 Mitarbeiter.

Während bis 1857 Gußerzeugnisse noch fremd, meist aus Wasseralfingen bezogen wurden, konnte in diesem Jahr die Gießerei in Betrieb genommen werden. Im Jahre 1867 fiel ein großer Teil der Werksanlagen einem Feuer zum Opfer, was Kuhn zu einer völligen Neugestaltung seiner Firma nutzte, die Werkhallen wurden deutlich stabiler und auch räumlich großzügiger neu errichtet. Um im Reichsgebiet entsprechend präsent zu sein, wurden bis zur Jahrhundertwende Filialbüros in Berlin, Köln, München und Frankfurt/Main eröffnet. Selbst im Ausland wurden Vertretungen gegründet, so in den 1890er Jahren in St. Petersburg.

Die Entwicklung des Unternehmens spiegelt sich auch in der Belegschaftsstärke. 1859 betrug die Zahl der Beschäftigten schon 248, wuchs bis 1868 auf 409. 1887 konnte Kuhn bereits 642 Mitarbeiter zählen. 1896 fanden rund 1100 Beschäftigte dort Brot und Arbeit. Zur Jahrhundertwende kletterte die Beschäftigtenzahl auf über 1250.

Doch bereits 1901 kam die Firma in "schweres Fahrwasser", die Geschäfte liefen nicht mehr gut. Das Jubiläumsjahr 1902, als das fünfzigjährige Bestehen von Kuhn gefeiert werden konnte, stellte die Weichen um, das Unternehmen verlor seine Selbsständigkeit. Um wenigstens die Fachkompetenz und einen großen Teil der Belegschaft zu retten, gab der Sohn des Firmengründers Ernst Kuhn, der seit dem Tod des Vaters (24. Januar 1890) das Unternehmen führte, die Eigentumsrechte an der Firma ab, blieb aber zunächst Geschäftsführer.

Die Maschinenfabrik Esslingen ME übernahm am 15. April 1902 den Betrieb. Nachdem die Firma G. Kuhn G.m.b.H. in den Besitz der Maschinenfabrik übergegangen ist, wurde die Konstruktion und Ausführung von Dampfkesseln in Esslingen vereinigt. Die vollständige Aufgabe der restlichen Produktionsstätten in Stuttgart-Berg erfolgte im Zuge der Eröffnung der neuen ME-Werkes in Esslingen-Mettingen 1912-13.

  Kuhn-Dampflok FNr. 541-543/1871

Produktionszahlen

Kuhn führte getrennte Fabriknummern-Verzeichnisse für Maschinen und Kesseln. Die älteste im Fabriknummernverzeichnis Maschinen eingetragene Lieferung mit der Nr. 4 konnte an Bardilli, Stuttgart eine der lokalen Brauereien verkauft werden. Die Maschine mit der Fabriknummer "1" war eine Dampfspeisepumpe für das Reutlinger Bruderhaus. Erste Berührungen mit den Württembergischen Staatseisenbahnen hatte die Firma am 11. September 1859, als mit der Fabriknummer 127 ein fahrbares Lokomobil (Kessel 220) an die Generaldirektion der Staatseisenbahnen ausgeliefert wurde.

Durch die mannigfache Erfahrung im Kesselbau versuchte sich Kuhn auch an der Herstellung von Lokomotiven. Die in Stuttgart ansässige Süddeutsche Eisenbahnbaugesellschaft beauftragte Kuhn mit der Lieferung von drei gleichen Schmalspur-Baulokomotiven, die im Auftragsbuch als "Erdtransportlokomotiven" eingetragen wurden. Die erste der Lokomotiven wurde dann allerdings an die Firma Schöttle & Schuster nach Berlin abgegeben. Es blieben dies die einzigen von Kuhn gelieferten Lokomotiven, der Lokbau wurde von Kuhn nicht weiterverfolgt.

FNr.Bj.KesselBauartTypEmpfänger
5411871822B-n2tErdtransportlokomotiveSchöttle & Schuster, Baugesellschaft, Berlin, v/v
5421871823B-n2tErdtransportlokomotiveSüddeutsche Eisenbahnbaugesellschaft, Stuttgart, v/v
5431871824B-n2tErdtransportlokomotiveSüddeutsche Eisenbahnbaugesellschaft, Stuttgart, v/v

 

Quellen

 


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© Jens Merte